Auf Amazon verkaufen: der vollständige Leitfaden
Auf Amazon verkaufen bedeutet, deine Produkte über ein Seller-Central-Konto im Amazon-Katalog anzubieten — du konkurrierst pro Produkt, nicht pro Shop. Du zahlst eine Verkaufsprovision pro verkauftem Artikel, meist 7 bis 15%, plus einen Verkaufstarif, und entscheidest, ob du selbst versendest oder Amazon das übernimmt. Ein Konto genügt für alle europäischen Marktplätze.
Warum das anders funktioniert als ein eigener Shop
Auf Amazon verkaufst du nicht deinen Shop, sondern innerhalb einer Produktseite. Mehrere Händler können dieselbe Seite teilen (dieselbe ASIN), und die Kundenbeziehung gehört Amazon. Zwei Folgen prägen alles Weitere:
Deine Sichtbarkeit hängt am Produkt, nicht an der Marke. Ein starker Name hilft erst, wenn du in den Ergebnissen erscheinst.
Deine Marge steht strukturell unter Druck. Provision, Logistik und Werbung greifen auf denselben Umsatz zu.
Deutschland ist Amazons größter europäischer Markt — entsprechend hoch sind Nachfrage und Wettbewerb zugleich.
Was es kostet
Ebene | Was es ist | Größenordnung (2026) |
|---|---|---|
Verkaufstarif | Basis oder Professionell | ca. 0,99 € pro Artikel oder 39 € pro Monat zzgl. USt. |
Verkaufsprovision | Prozentsatz vom Verkaufspreis, je Kategorie | meist 7–15%, Mindestbetrag rund 0,30 € |
Logistik | FBA-Gebühren oder eigene Versandkosten | abhängig von Gewicht und Maßen |
Wachstum | Werbung, Content, Tools | oft 5–15% vom Umsatz |
Amazon hat im Januar 2026 Provisionen in mehreren Kategorien gesenkt und zum 17. April 2026 einen Treibstoff- und Inflationszuschlag von 1,5% auf FBA-Versandgebühren eingeführt. Rechne immer mit den aktuellen Sätzen aus Seller Central. Vollständige Aufstellung: Amazon Gebühren für Verkäufer.
Was du verkaufst
Setze den Rahmen, bevor du Produkte suchst:
Eigenmarke oder Handelsware. Eigenmarke gibt dir die Produktseite und mehr Marge, verlangt aber Ware, Bilder und Compliance. Handelsware startet schneller und günstiger, teilt aber die Seite und konkurriert vor allem über den Preis.
Kategorien, die du ausschließt. Zulassungspflichtige Kategorien, Elektronik mit technischen Unterlagen, Nahrungsergänzung und Kosmetik, Bekleidung mit hohen Retourenquoten, alles Schwere und Zerbrechliche.
Harte Kriterien. Verkaufspreis etwa 20–60 €, unter 1 kg, Standardgröße, mindestens 30% Deckungsbeitrag vor Werbung, ganzjährige Nachfrage.
Erst danach prüfst du die Nachfrage: Suchvolumen, Verkaufsgeschwindigkeit der bestehenden Anbieter, Preisstabilität, Bewertungswachstum und das Saisonmuster über zwölf Monate. Fünf Signale zusammen, nie eines allein.
Vom Produkt zum Verkauf
Konto und Compliance. Gewerbe, Umsatzsteuer, LUCID und weitere EPR-Registrierungen, optional Markenregistrierung.
Produkte in den Katalog. GTINs, Anhängen an eine bestehende ASIN oder eine eigene anlegen.
Listing aufbauen. Titel, Bulletpoints, Bildergalerie, Backend-Suchbegriffe. Siehe Amazon Listing optimieren.
Versandart wählen. FBA, Selbstversand oder eine Mischung pro Produkt.
Wachsen nach den ersten Bestellungen
Sichtbarkeit. Sponsored Products bringt die ersten Verkäufe eines neuen Listings. Steuere über deinen Break-even-ACOS pro Produkt, nicht über eine allgemeine Zielmarke.
Preis. Bei eigener Marke geht es um Marge, Bestand und Werbekosten, nicht um das Zurückgewinnen der Buy Box.
Conversion. Bilder sind der größte Hebel auf der Produktseite; jeder Prozentpunkt Conversion senkt deine Werbekosten pro Verkauf.
Kontogesundheit. Bleib in den Vorgaben: Fehlerquote unter 1%, Stornoquote unter 2,5%, verspätete Lieferungen unter 4%.
Woran Händler am häufigsten scheitern
Die Marge erst hinterher berechnen. Der Umsatz wächst, der Deckungsbeitrag sinkt, weil Provision, Logistik und Werbung nie in einem Bild stehen.
Bestand. Ausverkauft zu sein kostet Position, und der Weg zurück ist teuer.
Bilder. Viele Händler übernehmen ihre Shop-Fotos unverändert. Auf Amazon muss die Galerie die ganze Geschichte tragen: Anwendung, Größe, Argumente, Situation.
Zersplitterung. Wer auf Amazon, einem weiteren Marktplatz und im eigenen Shop verkauft, hat drei Zahlenwelten. Entscheidungen werden dann langsam und aus dem Bauch getroffen.
Wie Rylee hilft
Alle Kanäle in einem Bild. Verbinde Amazon (alle europäischen Marktplätze), Kaufland, Shopify, WooCommerce und bol und sieh Bestellungen, Verkäufe und Bestand in einer Shop-Analytics-Übersicht.
Marge statt Umsatz. Kosten, Margen und Deckungsbeitrag pro Produkt sowie eine konsolidierte GuV über alle Kanäle.
KI-Berater. Stelle Fragen zu deinen eigenen Shopdaten in normaler Sprache — welche Produkte wirklich beitragen, wo Marge verloren geht, was sich diesen Monat verändert hat.
AI Listing Designer. Sieben Bilder pro Produkt aus deinen eigenen Fotos, inklusive drei Korrekturrunden. Fünf Produkte pro Monat kostenlos für Kunden.
Reporting und Export. Geplante Reports, Importe und Exporte, Multi-Seat mit Rechten, EU-Hosting.
Community und Support. Amazon Legends und Ecom Legends, dazu ein Support, der schnell reagiert und bei Bedarf vor Ort unterstützt.
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Häufige Fragen
Brauche ich eine ausländische Umsatzsteuernummer für den Verkauf in Europa? Nicht, solange dein Lager in einem Land bleibt. Sobald Ware in einem anderen EU-Land liegt — genau das macht Pan-EU-FBA — brauchst du dort eine lokale Registrierung.
Wie viel Startkapital ist nötig? Handelsware lässt sich mit wenigen hundert Euro Bestand starten. Eine Eigenmarke erfordert realistisch mehrere tausend Euro für Einkauf, Bilder, Compliance und die erste Werbephase.
Wie lange dauert es bis zum ersten Verkauf? Konto und Listing können in wenigen Wochen stehen. Regelmäßige Verkäufe folgen erst, wenn Listing, Preis und Sichtbarkeit zusammen stimmen.